Rhein-Wied Kurier 02. 07. 1997

Corso in 97
Daytona-Beach an das Ufer der Wied geholt

Daytona Beach? Nicht ganz, aber fast. Für ca. 2000 Biker aus NRW und dem Saarland und einem Großteil Partygänger aus dem Dunstkreis des Wiedtals lag das Mekka der Easy-Rider-Kultur am vergangenen Samstag für einen Tag am Ufer der Wied auf dem Freizeitgelände in Niederbreitbach.

Anlaß für das Motorrad-Happening war eine nicht ganz alltägliche Allianz, geschlossen von Polizei und Bergleuten bei der "Kohledemo" in Bonn. Genau 111 Tage danach dann das "Dankeschön" in Form der Fete. Und selbst wenn die Megaparty im Vorfeld fast unbemerkt von der heimischen Öffentlichkeit geblieben war, was kümmert es, wenn für das Festival bereits in rund 19 Zechen Werbung gemacht worden war? Die richtigen Fäden ins Wiedtal konnte schließlich der Niederbreitbacher Dietmar Ladzik spinnen, wobei eines von vornherein unstrittig war: Trotz des politisch ernsten Hintergrunds sollte bei der Fusionsparty eindeutig der Spaß im Vordergrund stehen.

Rund zehn Stunden gab es auch programmgemäß reichlich davon, egal ob an der Open-Air-Bühne, an einer der vielen Bier- und Imbißstände oder ganz relaxed am Zeltplatz an der Wied. Musikalische Krönung des Festivals war dann der Auftritt der born to be wilden "Assholes", die mit ihrem Ritt durch die Rock-Chronik einmal mehr den witzig-frechen Animations-Turbo einschalteten.

 

Party in 97

 

Buersche Zeitung 02. 07. 1997

Mit dabei - die Polizei
Motorräder rollten zur Feier nach Bonn
Bergleute und Polizisten schlossen Freundschaft

BUER.(male) Die Motorradfahrer waren bei den Demonstrationen der Bergleute eine "Macht"- unübersehbar und unüberhörbar waren sie zu Tausenden über die Autobahn nach Bonn gebrettert -das schweißt zusammen. Genau 111 Tage nach der großen Demo ging es wieder Richtung Bonn, dieses mal um zu feiern und der Polizei zu danken.

Rund 1500 Biker von allen Zechen, allein ca. 300 von Hugo und noch zahlreiche aus dem Saarland rauschten wieder durch Bonn - eskortiert von Polizeikrädern. Natürlich heulten vor der CDU-Zentrale die Motoren etwas lauter auf, vor der FDP kamen die Hupen noch dazu, doch dann ging es weiter zum Campingplatz in Niederbreitbach an der Wied.

Auch der Bonner Polizeipräsident Schnitzler fuhr auf dem Sozius einer Harley Davidson vor, um eine Grubenlampe und eine bemalte Pannschüppe in Empfang zu nehmen. Auch die Einsatzleiter wurden bedacht , allen voran Dietmar Ladzik, der "Mann der ersten Stunde" bei der Demo. Er hatte die Parole ausgegeben, daß nicht zurückgeschlagen wird, und zu Frieden gemahnt. (Siehe "wie alles begann").

Zwischen den Bergleuten und den Polizisten, die natürlich längst auf Hugo eingefahren sind, sind Freundschaften entstanden, und so war es kein Wunder, daß bis tief in die Nacht gefeiert wurde. Für Musik sorgten u.a. die "Assholes" aus Mayen. Detlef Lauster nahm sogar eine CD von seinem Ruhrpottlied auf, um den Sound der Motorräder einzufangen.

Die Organisatoren Michael Schröder und Michael Schruff werden das Treffen im nächsten Jahr wiederholen, denn ab und zu muß gefeiert werden.

 

Polizeipräsident Schnitzler erhält Grubenlampe

 

WAZ 30. 06. 1997

 
Motorrad-Corso nach Bonn
Bergleute danken Polizeibeamten für gute Zusammenarbeit

Genau 111 Tage nach der großen Bergarbeiterdemo in Bonn starteten am Samstag morgen rund 300 Motorradfahrer von der Zeche Hugo aus wieder Richtung ehemalige Bundeshauptstadt.

Die Kumpel mit Ihren schweren Maschinen trafen sich diesmal allerdings nicht zur Protestfahrt. Vielmehr wollten die insgesamt ca. 1500 Motorradfahrer von allen Schachtanlagen des Reviers und des Saarlandes -Treffpunkt war eine Raststätte an der A3 - der Bonner Polizei ihren Dank für die gute und friedliche Zusammenarbeit während der heißen Demonstration im März abstatten.

Nach einem Motorrad-Corso quer durch die Bonner Innenstadt ging es weiter nach Niederbreitbach. Dort hatten Polizisten und Bergleute eine gemeinsame Party organisiert. Anwesend war auch der Bonner Polizeipräsident Schnitzler. Ihm wurde eine Grubenlampe und eine Pannschüppe überreicht. In seiner kurzen Dankesansprache lobte Bonns oberster Polizist noch einmal die Bergleute für ihr besonnenes Verhalten während der Demonstration im März. "Wenn alle so besonnen demonstrieren würden wie die Bergleute, hätte die Polizei weniger Probleme", so Schnitzler.

Ganz ohne Politik ging der Corso allerdings doch nicht über die Bühne. Schließlich führte die Strecke an den Parteizentralen von CDU und FDP in Bonn vorbei Gleich zweimal passierten die Bergleute dabei den Sitz der Liberalen - mit einem dröhnenden Hupkonzert und erhobenen Mittelfingern. Auf selbstbedruckten T-Shirts wurde außerdem Kanzler Kohl mit "Ey, Birne. Da sind wir wieder" gegrüßt. (mars)

 

 


Nach Hause...